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RESTART-19: Ergebnisse und Handlungsempfehlung der Corona-Studie

Universitätsmedizin Halle veröffentlicht Ergebnisse aus dem Corona-Forschungsprojekt

Diesen Tag haben die Veranstaltungswirtschaft sowie die Kultur und Sportbranche seit Monaten herbei gesehnt: Am 29. Oktober wurden die Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt RESTART-19 der Universitätsmedizin Halle (Saale) bekanntgegeben. Einen Tag zuvor demonstrierte die Veranstaltungswirtschaft in Berlin. Denn seit dem Lockdown im März 2020 führt das Berufsverbote den sechstgrößten Wirtschaftszweig der Bundesrepublik Deutschland an den Rande des Ruins. Die Ergebnisse der RESTART-19 Studie machen jetzt Hoffnung und sind vielleicht der erste Schritt zurück in die Normalität. 

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann: „Die Corona-Pandemie verschärft sich aktuell in ganz Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist RESTART-19 umso wertvoller. Gerade die Veranstaltungsbranche braucht Erkenntnisse und Konzepte, mit denen sich Konzerte, Festivals oder Messen trotz Corona verantwortungsvoll organisieren lassen."

Am 29. Oktober war es dann soweit: in einer Pressekonferenz konnten nun die Ergebnisse der Studie sowie die daraus abgeleiteten wissenschaftlich fundierten Empfehlungen präsentiert werden. Die Ergebnisse werden zudem in den nächsten Tagen wissenschaftlich publiziert.

Video: Prof. Dr. Thomas Moesta - Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Halle (Saale)

Die Ergebnisse der RESTART-19 Corona-Studie im Überblick

  • Die Gesamtzahl, der mehrere Minuten langen kritischen Kontakte ist bei der Veranstaltung nicht sehr hoch und kann durch Hygiene-Konzepte erheblich reduziert werden.

  • Insbesondere während des Einlasses und der Pausen finden viele Kontakte statt. Daher muss darauf der Fokus bei der Planung liegen.

  • Schlechte Belüftung kann die Zahl der dem Ansteckungsrisiko ausgesetzten Menschen deutlich erhöhen.

  • Rund 90 Prozent der Studienteilnehmenden finden es nicht schlimm, eine Maske zu tragen und sind bereit, dies weiterhin zu tun, um wieder Veranstaltungen erleben zu können. (Umfrage nach dem Konzert-Experiment)

  • Bei Einhaltung von Hygiene-Konzepten sind die zusätzlichen Auswirkungen auf die Pandemie insgesamt gering bis sehr gering.

Die Ergebnisse decken sich mit unseren Thesen insoweit, als dass wir vermutet haben, dass die Kontakte, die bei einer Veranstaltung erfolgen, nicht alle Teilnehmenden umfassen. Deshalb könnten Veranstaltungen unter bestimmten Bedingungen auch in der Pandemie-Situation stattfinden. Die wichtigste Erkenntnis war für uns, wie groß die Auswirkungen einer guten Belüftungstechnik sind. Diese ist für das Ansteckungsrisiko eine entscheidende Schlüsselkomponente“, sagt Studienleiter Dr. Stefan Moritz von der Universitätsmedizin Halle (Saale). Diese Erkenntnisse seien der Strömungssimulation zu verdanken, so der Forscher. Für das Experiment baute er gemeinsam mit einem Ingenieursbüro die gesamte Quarterback Immobilien Arena als Computermodel nach und unterteilte sie in kleine Würfel. Danach haben wir simuliert, wie sich verschiedene Lüftungsvarianten auf die Aerosolversteilung ausgewirkt haben“, erläutert Dr. Stefan Moritz die Herangehensweise bei der Belüftungssimulation. 

Video: Karsten Günther, Geschäftsführer SCDHfK Leipzig war im Vorfeld für RESTART-19

Prof. Dr. Rafael Mikolajczyk vom Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik der Medizinischen Fakultät der Universität Halle erläutert: „Um die Auswirkungen der Übertragung auf die Ausbreitung der Epidemie in der Bevölkerung insgesamt zu untersuchen, haben wir ein detailliertes epidemiologisches Simulationsmodel entwickelt." Dabei habe man auf existierendes Modell zur pandemischen Planung zurückgegriffen und haben es entsprechend modifiziert."

Anhand der Erkenntnisse aus der RESTART-19 Studie leiten die Forschenden folgende Empfehlungen ab:

  • Veranstaltungshäuser benötigen Belüftungstechnik, die eine gute Belüftung und einen regelmäßigen Raumluftaustausch mit frischer Luft ermöglicht. Sinnvoll ist die Erstellung eines Bewertungssystems für eine adäquate Raumlufttechnik. 

  • Solange die Pandemie anhält, müssen Hygiene-Konzepte weiterhin angewendet werden: Maskenpflicht in der Halle; Hygiene-Stewards zur Einhaltung der Standards.

  • Der Bestuhlungsplan und somit die Gästezahl sollten an die Inzidenz angepasst werden.

  • Als Zugang zu den Veranstaltungsorten sollten mehrere Eingänge vorhanden sein, um Besucherströme zu lenken. Wartezonen ins Freie verlagert werden.

  • Während der Veranstaltung sollte an den Sitzplätzen gegessen werden, um Gedränge und lange Kontakte an Imbiss-Ständen zu vermeiden.

Mit großem Dank richtete Prof. Dr. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Halle seine Worte an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie: „Sie haben die Daten generiert, die auch anderen Menschen in ganz Deutschland und sogar weltweit zugutekommen, Daten, mit denen wir politische Entscheidungen auf wissenschaftlicher Basis fällen können.“ Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann ergänzt: „Die Corona-Pandemie verschärft sich aktuell in ganz Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist RESTART-19 umso wertvoller. Gerade die Veranstaltungsbranche braucht Erkenntnisse und Konzepte, mit denen sich Konzerte, Festivals oder Messen trotz Corona verantwortungsvoll organisieren lassen."

Video: Popstar Tim Benzko unterstützte die RESTART-19 Studio in Leipzig

 

Die aktuelle Situation und gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltungswirtschaft

Foto Das Reichstagsgebäude am 27.10.2020. dem Vorabend zur #AlarmstufeRot-Großkundgebung in Berlin

Christian Eichenberger – CEO Party Rent Group AG: „2019 kamen 423 Mio. Besucher zu deutschen Veranstaltungen. Das sind etwa fünf Mal so viel Menschen, wie die Bundesrepublik an Einwohnern hat. Damit zählt Deutschland in diesem wichtigen Wirtschaftszweig zur Weltspitze.“

Der aktuelle Bericht zur Situation und gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Veranstaltungswirtschaft finden Sie 

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