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Corona-Studie RESTART-19: So werden Großveranstaltungen während der Pandemie möglich

Professor Michael Gekle: “Ein Konzert ist nicht gefährlich”

Unter welchen Rahmenbedingungen sind Public-Events, wie Konzerte, Shows, Sportveranstaltungen wieder möglich? Welche Herausforderungen ergeben sich dabei für Veranstalter von Sport-Events und Konzerten? Und welche Auflagen müssen Veranstaltungsteilnehmer beim Besuch eines Events erfüllen?

Das Forschungsprojekt RESTART-19 untersucht evidenzbasiert und mit wissenschaftlichem Studiendesign die Risiken von Großveranstaltungen in Hallen. Ziel ist es, Lösungen zu finden, wie diese wieder stattfinden könnten.

Staatsministerin Petra Köpping: „Natürlich sollen künftig wieder Großveranstaltungen stattfinden.“

Das Forschungsprojekt hat zum Ziel, das Risiko eines Ausbruchs von Covid-19 durch Großveranstaltungen in geschlossenen Hallen zu simulieren und dabei die Rahmenbedingungen zu erforschen, unter denen solche Veranstaltungen trotz der Pandemie wieder durchgeführt werden können, ohne das Risiko für eine Gefährdung der Bevölkerung in Deutschland. „Wir hoffen, dass mit diesen Ergebnissen jetzt tatsächlich Veranstaltungen möglich gemacht werden, sagte Professor Michael Gekle anlässlich der Pressekonferenz zur Präsentation der Ergebnisse des Forschungsprojektes RESTART-19 am29.10.2020. Der Dekan der Universität Halle führt fort: „So entsteht vielleicht eine politische Gemengelage, wo man begründen muss, warum ein Konzert nicht zulässt, und nicht wo man begründen muss, warum man es zulässt.“ 

Video: Prof. Dr. Michael Gekle - Dekan der Medizinischen Fakultät an der Universität Halle


Über 5.000 Vertreterinnen und Vertreter der existenziell bedrohten Veranstaltungswirtschaft demonstrieren einen Tag vor dieser Pressekonferenz in Berlin – unter strikter Einhaltung aller Hygiene- und Sicherheitsauflagen, um auf die katastrophale Situation des sechstgrößten Wirtschaftszweigs in Deutschland hinzuweisen. Für sie und die Initiatoren der #AlarmstufeRot Bewegung dürften die aus der Studie RESTART-19 gewonnen Erkenntnisse eine Licht am Ende des Tunnels sein. 

Im Rahmen des Forschungsprojektes RESTART-19 führte die Universität Halle (Saale) ein Experiment in der Quarterback Immobilien Arena in Leipzig durch, bei dem riesige Datenmengen erhoben wurden. „Dank der aktiven Beteiligung und enormen Unterstützung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten wir nun ein mathematisches Modell entwickeln, das zeigt, welche Konzepte bei Großveranstaltungen umgesetzt werden sollten, um das Risiko einer Ansteckung mit Covid-19 möglichst gering zu halten“, erklärt Dr. Stefan Moritz, Studienleiter des Projekts RESTART-19 an der Universitätsmedizin Halle (Saale).

Live-Experiment: Tim Bendzko simuliert Konzert in Leipzig
RESTART-19 besteht aus mehreren Teilprojekten. Zum einen wurde ein mathematisches Modell zur Risikoabschätzung entwickelt. Zum anderen legte man Rahmenbedungen für die Durchführung von Großveranstaltungen fest. Der gerade für Unternehmer und Beschäftigte der Veranstaltungsindustrie beeindruckendste Teil der RESTART-19 Studie der Universität Halle (Saale) dürfte jedoch das Live-Experiment gewesen sein: Der Deutsch-Pop Künstler Tim Bendzko unterstützte das Studien-Projekt und simulierte ein Konzert in der der Quarterback Immobilien Arena in Leipzig. 

„Dr. Stefan Moritz: „Wir spielten an diesem Tag drei Simulationen durch.“
Drei Simulationen wurden anlässlich des Konzert-Experimentes in Leipzig durchgeführt.

  1. Zunächst simulierte man eine Veranstaltungssituation wie vor der Corona-Pandemie, natürlich alles mit dem größtmöglichen Schutz für die Beteiligten.

  2. Dann führte man eine Simulation durch, bei der die Ströme gezielt gelenkt wurden.

  3. Die dritte Simulation wurde mit 2.000 Teilnehmenden durchgeführt.

Für alle drei Szenarien gab es ein umfassendes Hygienekonzept mit Oberflächendesinfektion und FFP2-Masken alle Beteiligten des Experimentes wurden darüber hinaus auf SARS-CoV-2 getestet. Studienleiter Dr. Stefan Moritz zu den Messungen: „Alle Teilnehmenden erhielten ein sogenanntes Contact Tracing Device, also ein Gerät, das für jeden registriert ist und Intensität im Sinne von Abstand, Dauer und Häufigkeit eines Kontaktes misst und aufzeichnet."

Video: Dr. Stefan Moritz - Projektleiter der Studie RESTART-19

Dazu wurde ein Areal mit sogenannten Ankern ausgestattet, die über den Einsatz von Ultrabreitband-Technologie die jeweiligen Positionen der viertausend Probanden gleichzeitig messen konnten.

Prof. Dr. Armin Willingmann:  „Die Corona-Pandemie lähmt die Veranstaltungsbranche“
Der Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann betonte im Zusammenhang mit der RESTART-19 Studie: „Die Corona-Pandemie lähmt die Veranstaltungsbranche. Solange Ansteckung droht, dürfen weder große Konzerte und Messen noch Sportevents stattfinden.

Video: Prof. Dr. Armin Willingmann - Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

Deshalb ist es so wichtig herauszufinden, mit welchen technischen oder organisatorischen Rahmenbedingungen sich die Ansteckungsgefahr wirksam minimieren lässt.“ Die RESTART-19 Studie bezeichnete er als wichtige Pionierarbeit für einen Neustart der Veranstaltungswirtschaft.

Auch die Anreise und das Verhalten im Stadtgebiet wurden untersucht
Bei der Umsetzung des Experiments konzentrierten sich die Verantwortlichen nicht nur auf die geschlossene Halle. „Gerade bei großen Veranstaltungen kommen die Menschen auch aus dem Umland und bewegen sich im Stadtgebiet mit öffentlichen Verkehrsmitteln“, sagte Dr. Stefan Moritz. Daher simulierte man auch die Anreise an der Neuen Messe und am Völkerschlacht-Denkmal in Leipzig. Auch die Anfahrt zur Arena mit einer Straßenbahn wurde in das Experiment implementiert, so dass man die Anzahl der Kontakte im Vorlauf zur Veranstaltung messen konnte. Hintergrund sei, dass man mit denjenigen, mit denen man in einer Straßenbahn Kontakt hatte nicht zwangsläufig auch im gleichen Teil der Veranstaltungshalle sitze und somit bereits vor dem eigentlichen Veranstaltungsort Ansteckungsrisiken bestehen würden. „Somit hoffen wir auch gleichzeitig noch die Frage zu beantworten, welches Ansteckungsrisiko öffentliche Verkehrsmittel ausmachen“, so Dr Moritz vor der Durchführung des Experiments.

Staatsministerin Petra Köpping: „Natürlich sollen künftig wieder Großveranstaltungen stattfinden“
„Wenn wir künftig wieder Großveranstaltungen zulassen wollen, benötigen wir wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, wie wir das Infektionsrisiko minimieren und für alle Teilnehmer mehr Sicherheit schaffen können. Ich freue mich sehr, dass wir länderübergreifend ein solch wichtiges Projekt unterstützen können und somit den Weg zurück zu mehr Normalität ermöglichen. Denn natürlich sollen künftig wieder Großveranstaltungen stattfinden“, erklärt Petra Köpping, Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Freistaates Sachsen. Sie habe sich im Vorfeld der Studie davon überzeugen können, dass durch die geplanten, ausreichenden Schutzmaßnahmen keine Gefahr für die Studienteilnehmer und die Bevölkerung ausgehe.

Video: Petra Köpping - Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt 

>> >> >> >>  Die Ergebnisse der Studie  >> >> >> >>

Initiativnehmer und Partner der Studie RESTART-19
RESTART-19 ist ein länderübergreifendes Projekt. Es wird unterstützt vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-​Anhalt und den Staatsministerien für Wissenschaft, Kultur und Tourismus bzw. Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Freistaates Sachsen. Der SC DHfK Leipzig, Handball, und die ZSL Betreibergesellschaft mbH sind Partner des Projektes.

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