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#OnFire: Fünf nach Zwölf - Die Veranstaltungswirtschaft befindet sich in #AlarmstufeRot

Zweite Großdemonstration mit über 5.000 Teilnehmern in Berlin

Die Veranstaltungswirtschaft: Im sechstgrößten Wirtschaftszweig der Bundesrepublik Deutschland sind derzeit mehr als 1 Mio. Arbeitsplätze gefährdet. Das Bündnis #AlarmstufeRot ist angetreten, gemeinsam Handlungsempfehlungen für die Politik zu erarbeiten, die politischen Aktivitäten zu koordinieren und Konzepte zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft zu entwickeln. Immer mittwochs werden in den Landeshauptstädten regionale Demonstrationen durchgeführt, die Jeweils um 12.05 Uhr beginnen. So will man Rettungshilfen einfordern.

Christian Eichenberger – CEO Party Rent Group AG: „2019 kamen 423 Mio. Besucher zu deutschen Veranstaltungen. Das sind etwa fünf Mal so viel Menschen, wie die Bundesrepublik an Einwohnern hat. Damit zählt Deutschland in diesem wichtigen Wirtschaftszweig zur Weltspitze.“

Am 28.10.2020 fand in Berlin die zweite Großdemonstration zur Rettung der Veranstaltungswirtschaft statt. 5.000 Teilnehmer, unter ihnen viele Prominente und Künstler, wie zum Beispiel Campino von den Toten Hosen, Roland Kaiser, Dieter Hallervorden und viele weitere Künstler gingen erneut in Berlin auf die Straße, um auf die existenzbedrohende Situation des sechstgrößten Wirtschaftszeig Deutschlands aufmerksam zu machen. 

Foto: Die Straße des 17. Juni in Berlin - Cases als Mahnmahl für existenzbedrohende Siuation

Mehr als 1 Mio. Arbeitsplätze gefährdet 
Gefordert wurden Maßnahmen, mit denen den Beschäftigten der Eventbranche wieder eine berufliche Perspektive gegeben wird. Denn derzeit sind mehr als eine Millionen Arbeitsplätze direkt gefährdet und das in einem Wirtschaftszweig, der über 170.000 Beschäftigte mehr als die Automobil-Industrie hat und im Top 10 Ranking der wichtigsten deutschen Branchen noch vor der Bauindustrie liegt. 

Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Veranstaltungswirtschaft 
Im Jahr 2019 wurden in der Bundesrepublik 2,9 Mio. wirtschaftsbezogene Veranstaltungen durchgeführt, das bedeutet Messen, Kongresse und Business-Events. Den Umsatzeinbruch der Unternehmen in der Veranstaltungswirtschaft bezifferte Christian Eichenberger, Mit-Initiator der #AlarmstufeRot, mit 80-100%. Der Unterschied zu anderen Branchen, wie z.B. der Pharma-Industrie oder der Automobilwirtschaft läge im Besonderen darin, dass die Eventbranche eine hochmittelständische Industrie ist, die von Soloselbständigen, Kleinunternehmen und Mittel mittelständischen Betrieben geprägt sei und kaum Konzernstrukturen kenne, und CEO der Party Rent Group AG Neben den über eine Millionen Direktbeschäftigen der Veranstaltungswirtschaft sind weitere 1,9 Millionen Arbeitsplätze in angegliederten Branchen – man denke an Hotellerie der das Gastrogewerbe, von einer massiven Pleitewelle betroffen.

Foto: Kernerkenntnisse aus der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Veranstaltungswirtschaft

Zahlen. Daten. Fakten. - 423 Mio. Veranstaltungsteilnehmer in Deutschland
„2019 kamen 423 Mio. Besucher zu deutschen Veranstaltungen. Das sind etwa fünf Mal so viel Menschen, wie die Bundesrepublik an Einwohnern hat. Damit zählt Deutschland in diesem wichtigen Wirtschaftszweig zur Weltspitze“, sagt Eichenberger in der Pressekonferenz zur #AlarmstufeRot und fährt fort: „Wir sind die wichtigste Leitmessen-Destination in der Welt und dritt wichtigste Veranstaltungs-Destination im globalen Wettbewerb. 

Gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen
Große, internationale Veranstaltungen, wie die Olympischen Spiele, das Weltwirtschaftsforum, Klima-Gipfel oder etwa die Fußball-Weltmeisterschaft werden vorwiegend von Unternehmen aus der deutschen Veranstaltungswirtschaft beliefert. Viele mittelständische Unternehmen in ganz unterschiedlichen Wirtschaftszweige nutzen Messen, Kongresse und Events, um ihre Produkte zu vermarkten. Wenn dies aufgrund des Zusammenbruchs der Veranstaltungswirtschaft künftig nicht mehr möglich ist, hat dies enorme gesamtwirtschaftliche Folgen. Messen, Wirtschafts- und Kulturveranstaltungen sind die Marktplätze des Mittelstands. 

Foto: Christian Eichenberger erleutert gesamtwirtschaftliche Bedeutng der Branche 

Ohne konkrete Hilfemaßnahmen seitens der Politik entstehen dem Staat Kosten für den Verlust einer Million Branchenarbeitsplätzen. Darüber hinaus fallen über 264,1 Mrd. Euro Umsatzsteuereinnahmen aus, bedingt durch direkten und indirekten Umsatz, mit hohem Verbraucheranteil. Die kulturelle Vielfalt im Land der Dichter und Denker würde irreversibel zerstört. Angegliederte Branchen, wie zum Beispiel die Tourismusbranche gerade noch weiter in die Krise. Denn 50% aller Geschäftsreisen nach Deutschland sind fest verbunden an Veranstaltungen. Gib es diese nicht mehr, bleiben also 50% der Flugzeuge und Hotelbetten leer. Inwiefern es dann Sinn macht, eine die Deutsche Lufthansa mit 9 Mrd. Euro zu subventionieren, sei mal dahin gestellt. „Die aktuelle Situation ist ein paneuropäisches Problem, alle Veranstaltungswirtschaften in Europa leiden massiv unter den Herausforderungen. 

Foto: Till Brönner setzt sich in einem Video erneut für die Veranstalungswirtschaft ein.

Till Brönner sagte getern in einem Video, dass er über Instagram und Facebook veröffentlichte:

"Wie kann man einzelnen Konzernen Milliarden in den Vorgarten werfen und der Veranstaltungsbranche Arbeitslosengeld Zwei anbieten. Wir sind weder arbeitslos noch hatten wir vor Corona ein Nachfrageproblem."

IDer Musiker weiter: "In Deutschland leben 83. Mio. Menschen, die Hauptsteuerlast liegt dabei jedoch nur auf 16.5 Mio. Menschen, 1,5 Mio. davon sind in der Veranstaltungswirtschaft beschäftigt. Damit liegt diese Branche auf Platz 2 der Beschäftigenzahlen. Und bis heute gibt es kein Hilfsprogramm, dass dieser Tatsache ernsthaft Rechnung trüge. 

Pleite- und Entlassungswelle aufhalten: die Forderungen im Überblick
Das Bündnis #AlarmstufeRot fordert Überbrückungs- und Kreditprogramme, einen steuerlichen Verlustrücktrag, einen angepassten EU-Beihilfe-Rahmen und flexiblere Kurzarbeiterregelungen. Ein Rettungsdialog mit der Bundesregierung hat man bereits begonnen. So will man mit Förderprogrammen den Ruin der des sechstgrößten Wirtschaftszweigs aufzuhalten. Allerdings sei es jetzt Zeit zum Handeln heißt, geredet wurde genug, sagte Jörn Huber, Vorstandsvorsitzender des FAMAB. Das ausformulierte Forderungsprogramm findet sich auf der Aktionsseite des Bändnisses: alarmstuferot.org

Foto: Aljoscha Höhn (li.) mit Campino von den Toten Hosen auf der Hauptbühne in Berlin

„In einigen Hilfsprogrammen wie den Überbrückungshilfen ist noch Luft, weil sie weniger stark als befürchtet beansprucht wurden“, sagte Olaf Scholz kürzlich. „Dies erlaubt maßgeschneiderte Programme etwa für die Veranstaltungswirtschaft“, so der Finanzminister. Es gibt es allerdings noch keine konkreten politischen Aussagen dazu, wie ein derart maßgeschneidertes Programm aussehen könnte. Konzertveranstalter, Messebetreiber, Event-Ausstatter von Geschäftsveranstaltungen, Technik- und Materialverleiher, Caterer und Künstler, mittelständische Unternehmen, Soloselbständige sowie alle anderen Gewerke und Segmente der Eventbranche ringen um ihr Überleben und hoffen endlich darauf, dass die Regierung den dringenden Handlungsbedarf nun endlich erkennt.

Foto: 5.000 Vertreter der Veranstaltungswirtschaft demonstrieren in Berlin

Be a voice: #AlarmstufeRot 
Die Kundgebung am 28.10.2020 war die dritte große Aktion der Initiative #AlarmstufeRot. Bei der ersten Demonstration am 09.09.2020 demonstrierten bereits 15.000 Menschen in Berlin. Mit der Night of Light am 22.06.2020 ertönte zuvor der erste Hilferuf, bei dem rund 9.000 Gebäude in ganz Deutschland rot angeleuchtet wurden.

Foto: Der Reichstag im 'NightofLight'-Stil am Vorabend zur zweiten Groß-Demonstraton der Veranstaltungswirtschaft

Das war ein mahnendes Zeichen dafür, dass den Unternehmen der Veranstaltungsbranche seit Beginn der Corona-Krise im März 2020 jede Existenzgrundlage entzogen wurde. Seit inzwischen acht Monaten befindet sich der Wirtschaftszweig praktisch im Lockdown. Eine Perspektive für die Zukunft ist nicht in Sicht. Auch weiterhin wird sich #AlarmstufeRot für alle Beteiligten einsetzen und im Dialog mit der Politik den Druck hoch halten.

Foto: Das Brandenburger Tor am 28.10.2020 zur Demonstration der #AlarmstufeRot

 

Foto-Copyrights: #AlarmstufeRot & Aljoscha Höhn

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