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Dr. Marie Huchthausen: Was gutes eLearning ausmacht

Die Arbeit mit einem didaktischen Konzept

Schon vor dem Corona-Lockdown im März 2020 haben digitale Lernformate im Rahmen von Fortbildungen eine wesentliche Rolle gespielt. Und spätestens seit Beginn der Pandemie, die Präsenzveranstaltungen im Kontext Bildung weitestgehend unmöglich gemacht hat, ist dies nun unbestritten. Im NEXTLIVE-Interview verrät die Bildungsexpertin Dr. Marie Huchthausen, was gutes eLearning ausmacht. 

Bildungsexpertin Dr. Marie Huchthausen: „Die zunehmende Digitalisierung, die durch die Pandemie auch in der Veranstaltungswirtschaft massiv beschleunigt wird, bringt einen enormen Bedarf an digitaler Mitarbeiter-Qualifizierung mit sich mit.“

Foto: Dr. Marie Huchthausen befasst sich seit rund 20 Jahren mit eLearning und digitalem Lernen

Dr. Marie Huchthausen ist als Geschäftsführerin der Business Academy Ruhr verantwortlich für den Bereich Bildung und Personal. Die Didaktikerin befasst sich seit rund 20 Jahren mit eLearning und digitalem Lernen in der Erwachsenenbildung. In der Zusammenarbeit mit der NEXTLIVE.Academy entwickelt Dr. Marie Huchthausen gemeinsam mit ihrem Team künftig digitale Lehrinhalte für die Veranstaltungswirtschaft. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung von Live-Kommunikation und Experience-Marketing wird die Bildungsexpertin zudem als Gastautorin bei NEXTLIVE regelmäßig Beträge über digitales Lernen veröffentlichen. 

Redaktion
Der Corona bedingte Lockdown im März 2020 hat der gesamten Veranstaltungswirtschaft über Nacht ein Arbeitsverbot auferlegt. Auch wirtschaftsbezogene Events, wie Produktpräsentationen, Messen und Kongresse dürfen zum Schutz des Allgemeinwohls seither nicht mehr stattfinden. 

Marie, wie seid Ihr als Bildungsinstitut mit dem Lockdown konfrontiert worden? 

Dr. Marie Huchthausen 
Der Lockdown und seine Folgen haben uns natürlich menschlich auch ganz schön getroffen. Plötzlich darfst du deine Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen nicht mehr umarmen – Social Distancing war angesagt – eigentlich etwas, das wider der menschlichen Natur ist. Dennoch war und ist die soziale Distanz aktuell erforderlich, um die Situation in den Griff zu bekommen. 

Als Anbieter digitaler Bildung haben wir mit durch den Lockdown keine Probleme gehabt. Als etabliertes Bildungsinstitut setzt die Business Academy Ruhr seit Jahren eLearning in verschiedenen Formaten und Weiterbildungen ein. 

Redaktion
Welche Prozesse der Digitalisierung waren in dem Kontext besonders wichtig für euch als Bildungsinstitut? 

Dr. Marie Huchthausen 
Ich denke, es ist schon wichtig, dass eine große Bandbreite an Expertise mit diversen Tools zur Umsetzung von eLearning vorhanden ist. Das Fundament besteht jedoch in einem Bildungskonzept, dass die Kernthemen des Lernens digitalisiert und so eine hohe Qualität der Weiterbildung ermöglicht.

Redaktion
Marie, was – würdest du sagen – unterscheidet euch von anderen Anbietern? 

Dr. Marie Huchthausen 
Wenn ich das ganz offen sagen darf, ohne Kolleginnen und Kollegen anderer Institute zu nahe treten zu wollen: den Start in die digitale Lernwelt haben zahlreiche Bildungsanbieter schlicht weg verschlafen und so liegen auch bei einem Großteil der Bildungsanbieter keine Konzepte zur digitalen Bildung vor.

Redaktion
Woran mag das deiner Meinung nach gelegen haben? 

Dr. Marie Huchthausen 
Wenn man Kolleginnen und Kollegen aus anderen Instituten gefragt hat, hörte man oft Argumente wie: „Es läuft doch auch so gut.“ – „Unsere Teilnehmer interessieren sich nur für Präsenz.“ – „eLearning ist uns zu aufwendig und arbeitsintensiv, dafür haben wir keine Zeit.“ Und dann war aufgrund von Covid-19 Präsenz von heute auf morgen nicht mehr möglich. 

Redaktion
Ist der Sprung ins digitale Lernen mit Video-Konferenz-Systemen wie Zoom nicht schnell getan? 

Dr. Marie Huchthausen 
An der Oberfläche schon. Die Dozenten haben ja ihre Präsentationen und ein Rechner mit Kamera und Mikrofon ist meist auch keine große Hürde. Also werden die Power-Point-Vorträge nun nicht mehr im Klassenzimmer, sondern vor dem PC gehalten. Wir wissen nur zu gut: Praxis-Aufgaben, die Umsetzung in eigene Kontexte, individuelle Betreuung und Anleitung, Fachdiskurse, all das bleibt bei den Videokonferenzen häufig auf der Strecke. 

Redaktion
Aber Zoom und andere Videokonferenz-Systeme bieten Tools für die Interaktion, oder?

Dr. Marie Huchthausen 
Natürlich kann man in den Videokonferenzen Rückfragen stellen, die Systeme bieten einen Schrift-Chat an und man kann das Gegenüber auch mit Kamera und Ton dazu-schalten – so die Theorie. In der Praxis sieht es dann häufig leider so aus, dass der Dozent neben seiner Präsentation  die Fragen im Schriftbereich lesen und beantworten soll. Bei größeren Gruppen wird das schnell unübersichtlich.

Um das mal an einem Beispiel fest zu machen. 

  • Der erste Kursteilnehmer stellt eine Frage, Dozent liest, beantwortet. In der Zwischenzeit haben aber noch drei, vier andere Kursteilnehmer Fragen gestellt. Nun weiß man nicht, auf welche Frage sich die Antwort bezieht. Eine der Fragen ist überflüssig geworden. Der Dozent tippt also so schnell er kann, seine Antworten oder beantwortet mündlich, der Rest der Gruppe wartet oder holt sich in der Zwischenzeit einen Kaffee.

  • Noch lustiger wird es, wenn man versucht, die Fragenden mit Kamera und Ton dazu-zu-schalten. „Sorry, aber ich habe keine Kamera an meinem PC.“ – „Oh mein Ton funktioniert nicht, woran kann das denn liegen?“ – „Irgendwie höre ich jetzt nichts mehr.“ Der Dozent ist also zunächst einmal gefragt, die technischen Probleme mit der Video- und Audioübertragung der Teilnehmenden zu lösen. Der Rest der Gruppe darf sich in der Zwischenzeit anderweitig beschäftigen.
  • Spätestens nach dem dritten Fragenden mit technischen Video-Audio-Problemen, ist der Dozent genauso genervt, wie der Rest der Gruppe und man wechselt wieder in den Schrift-Chat.

Ergo: Konferenzsysteme bieten zwar die Möglichkeit, Inhalte von A nach B live zu übertragen, Geht es jedoch darum, Lernen anzuregen, wird es kompliziert. Zumal den meisten Trägern ein Konzept fehlt, an dem sie sich bei der Umsetzung digitaler Bildung orientieren können.

Redaktion
Wie sehen denn die Grundlagen des digitalen Bildungskonzepts in Ihrem Institut aus? 

Dr. Marie Huchthausen 
Zunächst konzipiert man, wie man sich im Rahmen eines Bildungskonzepts die digitale Bildungsarbeit vorstellt. Dabei stellen sich unter anderem die Fragen, welche Lernelemente von Bedeutung sind und wie man diese in die digitale Welt transformiert. Wir setzen uns in dem Zusammenhang mit dem Bildungsbegriff ebenso auseinander wie mit der zentralen Rolle der Dozenten. 

Redaktion
Marie, verrate unseren Lesern doch bitte mal, welche Faktoren für das (digitale) Lernen wichtig sind? 

Dr. Marie Huchthausen 
Ein zentraler Aspekt unserer Weiterbildungen besteht in der Möglichkeit, Lerninhalte in die Praxis bzw. auf die eigene Situation zu übersetzen. Die „Theorie“ kannst du über das Selbststudium und Literatur erarbeiten. Du bekommst jedoch erst dann einen Eindruck darüber, ob du die Theorie verstanden hast, wenn du gefordert ist bist, diese in die Praxis zu übersetzen. Das praktizieren wir innerhalb unserer eLearning Kurse in Form von sogenannten Vertiefungsaufgaben. Dabei sind die Teilnehmer nach einer theoretischen Einarbeitung gefordert, die Inhalte auf die eigene Praxis anzuwenden. Die Lösungen sind von allen „einsehbar“ und erhalten ein individuelles Feedback vom Fachdozenten. 

Redaktion
Du sprichst gerade das Feedback an - welche Rolle spielt im digitalen Lernprozess das Feedback des Dozenten? 

Dr. Marie Huchthausen 
Feedback und Betreuung nehmen – gerade im Bereich der digitalen Bildung – einen hohen Stellenwert ein. Gerade beim autodidaktischen Lernen fehlt die Beurteilung des Experten, an der man sich im Lernprozess orientieren kann. Daher setzen wir in unserem eLearning Kursen eine doppelte Betreuung ein, in der die Dozenten und eTutoren wöchentlich wechseln. Durch die Wahrnehmung einer Art von Klassenlehrer-Funktion sorgen sie für optimale Abläufe im Rahmen des eLearnings. Jeder Teilnehmer erhält ein Feedback, niemand bleibt zurück und die Lernprozesse werden gefördert. 

Redaktion
Unterscheidet sich die Rolle der Dozenten im eLearning von der in Präsenzkursen? 

Dr. Marie Huchthausen 
Die Rolle der Fachdozenten haben wir stark auf ihre originären Lehr-Aspekte fokussiert. Denn Fachdozenten werden erst in ihrer Expertenrolle gefordert, wenn es um fachlich tiefen Austausch geht. Einführungen und Grundlagen kann man auch hervorragend über Texte, Video- oder Audiobeiträge erarbeiten. Unsere Fachdozenten gehen mit den Teilnehmern einmal wöchentlich in einen Fachaustauch, die per Videokonferenz stattfindet. Dieser Fachaustausch wird von den eLearning Teilnehmern in Form von Fragen vorbereitet und gemeinsam protokolliert. 

Redaktion
Wie sichert ihr die Qualitätsstandards in eurem Institut? 

Dr. Marie Huchthausen 
In der regelmäßigen Evaluierung gewinnt man einen realistischen Eindruck davon, wie die Teilnehmer die Weiterbildung beurteilen, welche Aspekte sie positiv bewerten und wo sie noch Verbesserungspotentiale sehen. Wir initiieren dazu eine punktgenaue Online-Evaluierung zu jedem Abschluss einer Weiterbildung. Diese wird von den Teilnehmern natürlich anonym ausgefüllt. Die Ergebnisse werden von uns analysiert, an die Dozenten kommuniziert und einmal jährlich werden die Ergebnisse in die Überarbeitung der Weiterbildungen einbezogen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Qualität der Weiterbildung einem bestimmten Anspruch entspricht und eine kontinuierliche Weiterentwicklung stattfindet. 

Redaktion
Marie: 2021 startet die NEXTLIVE.Academy mit digitalen Lehrinhalten, die auf die Veranstaltungswirtschaft zugeschnitten sind und implementiert dabei die bewährte eLearning Plattform der Business Academy Ruhr. Was hat euch als etablierten Bildungsträger dazu veranlasst, mit einem Start-up, wie NEXTLIVE, zusammen zu arbeiten? 

Dr. Marie Huchthausen 
In der modernen Wirtschaftskommunikation geht es schon lange nicht mehr darum, Botschaften von A nach B zu übertragen. Das Bindeglied zwischen Anbietern und Einkäufern liegt vielmehr im Wissenstransfer. Einkäufer haben einen Bedarf – bezeichnen wir diesen mal abstrakt als Problem. Anbieter verfügen über Lösungen für solche Probleme – nämlich in Form ihrer fachlichen Expertise. Und die vermittelt man in der modernen Wirtschaftskommunikation über Wissenstransfer. Plakative Werbebotschaften sind da wirklich nicht mehr zeitgemäß. 

Die Veranstaltungswirtschaft ist ein Wachstumsmarkt, nicht umsonst hat sie sich zum sechstgrößten Wirtschaftszweig in Deutschland entwickelt. Aber diese Branche hat auch ein massives Problem: ihre heterogene Struktur macht es sehr schwer, sie ganzheitlich zu erfassen. Und genau darauf zahlt das Konzept von NEXTLIVE ein. Die Plattform erfasst das gesamte Wissen aus über 150 Gewerken und Segmenten der Eventbranche, bündelt es und stellt es Marketing- und Budgetentscheidern aus Wirtschaft und Industrie zur Verfügung. Eine smarte wie zeitgemäße Idee, die uns schon bei der ersten Präsentation vor 3 Jahren sehr gut gefallen hat. 

Die Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern spielt in Zeiten des Fachkräftemangels ohnehin schon eine gewichtige Rolle. Und die zunehmende Digitalisierung, die durch die Pandemie auch in der Veranstaltungswirtschaft massiv beschleunigt wird,  bringt einen enormen Bedarf an digitaler Mitarbeiter-Qualifizierung mit sich mit. Darauf zahlen digitalen Lerninhalte der NEXTLIVE.Academy ein. Diesen Weg gehen wir folglich gerne mit. 

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