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Live & Experiences

Dino Büscher – fischerAppelt: „Kein Weg zurück.”

Peter Blach im Gespräch mit Dino Büscher von fischerAppelt

Die Covid-19 Pandemie hat Live-Kommunikation und Experience-Marketing mit komplett neuen Herausforderungen konfrontiert. Und laut Aussage von Agenturchef Dino Büscher führt auch nach der Pandemie „kein Weg zurück“ zu alten Strukturen oder Umständen, wie wir sie vor Corona kannten. 

Dino Büscher - fischerAppelt: „Speziell Emotionen gewinnen in der Distanz an Bedeutung.”

Foto: Seit 2012 ist Dino Büscher Geschäftsführender Gesellschafter bei fischerAppelt.

Peter Blach stellt im Gespräch mit Dino Büscher unter anderem die Frage, wenn nicht zurück – wohin der Weg denn dann führe, wenn ein Ende dieser für die Veranstaltungswirtschaft lähmenden Pandemie-Zeit vorerst nicht abzusehen sei?

Eine Chance sich neu zu erfinden 
Dino Büscher zeigt sich überzeugt, dass es für die Veranstaltungswirtschaft und die  Menschen in der Eventbranche mehr denn je an der Zeit ist, wichtige und gute Veränderungen herbeizuführen. Mann hätte nun „die Chance, sich neu zu erfinden“, sagt der Geschäftsführer von fischerAppelt. „Die Macht, die wir gegen Corona haben, liegt aus meiner Sicht vor allem in einem neuen Selbstverständnis.“ Dazu gehörte für ihn ebenso das Suchen nach neuen Lösungen auf Augenhöhe mit Verantwortlichen auf Kundenseite, wie der visionäre Blick auf die Zukunft digitaler wie analoger Experiences. 

Aus der Limitierung entsteht neuer Raum für Kreativität 
„Neue Technologien waren schon immer integraler Bestandteil außergewöhnlicher Erlebnisse. Denn ein Erlebnis im eigentlichen Sinne braucht immer das Neue und Ungesehene”, erläutert Dino Büscher. „Erfahrungen machen wir ja nur dort, wo wir unsere Komfortzone verlassen und etwas ausprobieren, was wir vorher noch nicht kannten.“ Den durch Corona bedingten Trend hin zu hybriden Eventformaten kommentiert der Kommunikationsexperte wie folgt: „Ich bin kein Fan davon zu suggerieren, dass es sich um eine Sonderform handelt. Denn eigentlich existiert doch schon lange beides untrennbar zusammen.“ Gemeint sind Live- und Digitalformate. „Es gibt fast keinen Bereich mehr, in dem sich analoge und digitale Erlebnisse nicht wie selbstverständlich ergänzen und schon lange ergänzt haben.“ Die Herausforderung Treiber des Ganzen zu sein sei heute halt eine andere, so der Experte für Live-Kommunikation. 

 

Aktiv mitgestalten, statt passiv zu rezipieren 
Den Trend sieht Dino Büscher schon seit längerem hin zu kleinen, zielgerichteten Erlebnissen gehen, die dann digital vernetzt werden. Das, was den Erfolg eines Events ausmache, hinge nicht von der Anzahl der Teilnehmer, der Budgethöhe oder der Exotik eines Veranstaltungsortes ab. Vielmehr sei es die Möglichkeit, dass Veranstaltungsteilnehmer – Zielgruppen – wahrgenommen würden und die Chance hätten, sich selbst einzubringen und aktiv mitzugestalten, statt passiv zu rezipieren. Und diese Aussage fußt auf der Erkenntnis, dass Menschen eben lieber von den Ereignissen berichten, die sie selbst erlebt bzw. gestaltet haben, als über das, was sie passiv konsumieren.

Foto: Von der Live-Experience zur Digital-Experience: Das Verkaufstraining für den Volkswagen ID.3

Als Beispiel nennten der Geschäftsführer von fischerAppelt einen Case, den seine Agentur für Volkswagen umgesetzt hat: „Wir haben das ursprünglich physisch geplante Verkaufstraining für den Volkswagen ID.3 in ein innovatives, digitales Trainingsformat umgewandelt. Navigationszentrum war die ‚Digital ID.3 Experience Plattform‘ – eine interaktive Microsite, auf der die wichtigsten Schulungsinhalte neun Wochen lang kommuniziert wurden. Neben einem Broadcast-Opening bot das Training interaktive Challenges und Gamification für die einzelnen Märkte, individuell zu lernende Themenblöcke und anschließende Live-Schulungen am realen Fahrzeug.“

„Speziell Emotionen gewinnen in der Distanz an Bedeutung”
Die Pandemie bietet aus Sicht von Dino Büscher auch Chancen. So potenziere sie Tiefenströmungen in unserer Gesellschaft und fordere Antworten auf existenzielle Fragen. „Ökologische und ressourcenschonende Konzepte, Impulse des Wandels, virtuelle Arbeitsprozesse und nachhaltige Innovationen sind das, was wir ebenso dringend brauchen wie einen Impfstoff  der ein Medikament. Speziell Emotionen gewinnen in der Distanz an Bedeutung”, sagt Büscher. 2019 veröffentlichte Deloitte eine Studie, die unter anderem ergab, dass 63 Prozent der Millennials den Hauptzweck eines Unternehmens nicht Wachstum sehen, sondern die Gesellschaft zu verbessern. Die ‚Generation Greta‘ fordert ethische Prinzipien und sofortiges Handeln zur Rettung des Planeten ein. Das wird auch die Kommunikationsstrategien großer Marken und Konzerne künftig beeinflussen. 

Foto: Digital- und Live-Formate existieren schon lange untrennbar zusammen.

Nachgefragt: Herr Büscher, Corona bedeutet für die Veranstaltungswirtschaft, dass…

  • das Bedürfnis nach echten Erlebnissen weiter zunimmt,
  • die Zusammenarbeit in virtuellen Teams wichtiger wird,
  • innovative Tools der Kollaboration an Bedeutung gewinnen,
  • das individuelle und kollektive Erlebnis in den Mittelpunkt rückt,
  • kleinere Satelliten- und vernetzte Events intelligent mit Digital verschmelzen,
  • Teilhabe und Mitgestaltung von Change Prozessen wichtiger werden,
  • virtuelle und augmented Experiences neue Erlebnisse schaffen,
  • eine nachhaltige Beratung sich an Kundenzielen orientieren muss,
  • Disziplinen stärker strategisch integriert werden müssen,
  • ich optimistisch in die Zukunft blicke.

Über Dino Büscher 
Dino Büscher ist seit 2012 Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur fischerAppelt. Zuvor war er Partner und Geschäftsführer von BBDO live, Pleon Event + Sponsoring und Sponsor Partners. Das vollständige Gespräch von Peter Blach mit Dino Büscher lest ihr im BlachReport.

Fotos: © fischerAppelt, Niren Mahajan/Lauter Leute

 

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